Meskalin bzw. Mescalin

ist eine natürlich vorkommende psychotrope pflanzliche Substanz aus der Familie der Alkaloide. Meskalin findet sich in dem mittelamerikanischen Peyotl-Kaktus (Lophophora williamsii), der südamerikanischen Kakteengattung Trichocereus (T. pachanoi, T. bridgesii, T. peruvianus) und vielen weiteren Kakteenarten. Meskalin kann durch Extraktion gewonnen werden, kann aber auch synthetisiert werden. Der Name des Meskalins nach der IUPAC-Nomenklatur lautet 3,4,5-Trimethoxyphenethylamin C11H17NO3. Die Wirkungsweise wird fälschlicherweise oft mit der des LSD verglichen. Der orale LD50-Wert für eine Maus liegt bei 880 Milligram pro Kilogramm. Todesfälle bei Menschen sind nicht bekannt. Die Wirkung setzt nach etwa 1 bis 2 Stunden ein. Die Erfahrung dauert je nach Dosis 6 bis 12 Stunden. Wirksame Dosen beginnen bei 2 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Ab 3 Milligramm pro Kilogramm setzen zunächst Hyperaktivität und innere Unruhe, dann leicht veränderte Wahrnehmung und ein intensiviertes Farbensehen ein. Halluzinatorische Visionen ohne Realitätsverlust können eintreten. Ab 4 Milligram pro Kilogramm setzen zunächst Hyperaktivität und innere Unruhe, dann eine deutlich veränderte meist als verschärft empfundene Wahrnehmung und ein deutlich intensiviertes Farbensehen ein. Halluzinatorische Visionen und Traumbilder ohne Realitätsverlust treten ein. Ab 5 Milligramm pro Kilogramm setzen zunächst Hyperaktivität und innere Unruhe ein. Die Wahrnehmung verändert sich sehr stark. Intensiv leuchtende Farben werden wahrgenommen, siehe Mescalin-Optiks. Meskalin Peyote Kaktus Die Wahrnehmung mit allen Sinnen ist deutlich verschärft. Halluzinatorische Visionen, mit ekstatischen Glücksgefühlen bis hin zur ozeanischen Ich-Auflösung setzen ein. Die Erfahrungen werden mit religiöser Tiefe beschrieben. Mexikanische Indianerstämme griffen auf Meskalin als "Inspirationsdroge" zurück. Als Halluzinogen war Meskalin neben LSD in der Drogenszene der 1960er weit verbreitet. Es wurde mit Blick auf den sozialen Kontext der US-amerikanischen Indianer von Medizinern und Ethnologen wiederholt als Alternative zum Alkohol vorgeschlagen. Der Native American Church ist es in 12 Bundesstaaten vertraglich gestattet, das ansonsten illegale Meskalin im Rahmen ihrer Rituale zu konsumieren. Die Wirkung von Meskalin ist im 20. Jahrhundert außer von Anthropologen (besonders von W. LaBarre und J.S. Slotkin) auch von manchen Schriftstellern und Künstlern erforscht worden, v.a. von Aldous Huxley, Timothy Leary, Antonin Artaud, Henri Michaux und Carlos Castaneda. Allgemeine "Berühmtheit" erlangte die Droge Meskalin durch das unter gleichem Namen verfilmte Buch "Fear and Loathing in Las Vegas" von Hunter S. Thompson. Heutzutage wird es unter anderem als Partydroge in geringer Dosierung eingesetzt. Risiken: Meskalin kann auch bei einmaligem Konsum schwere Psychosen, sog. Drogenpsychosen, auslösen, die unter Umständen unheilbar sein können. Es kommt vor, dass die von einer Drogenpsychose Betroffenen unfähig werden, ihr Leben weiterhin ohne Hilfestellung zu leben. Eine Slangbezeichnung hierfür ist „Jemand ist auf dem Trip“, bzw. „hängengeblieben“. Die im Meskalinrausch als völlig verändert erscheinende Umwelt kann für den Konsumenten zur großen Gefahr werden, da er oft kein Gefühl mehr für Gefahren hat. Rechtslage: Mit der Vierten Betäubungsmittel-Gleichstellungsverordnung (4. BtMGlV) vom 21. Februar 1967, in Kraft getreten am 25. Februar 1967, wurde Meskalin in der Bundesrepublik Deutschland den betäubungsmittelrechtlichen Vorschriften des Opiumgesetzes unterstellt. Heute ist Meskalin in Anlage I zu § 1 BtMG (nicht verkehrsfähige und nicht verschreibungsfähige Stoffe) aufgelistet, das heißt, jeglicher Umgang (mit Ausnahme des Konsums) mit dieser Substanz ist in Deutschland für die Allgemeinheit generell verboten. Allerdings sind Meskalin-haltigen Kakteen ( Peyote-Kaktus ) von diesem Verbot nicht betroffen, solange sie nicht der Herstellung von Betäubungsmitteln dienen. Meskalin wird auch häufig Mescalin geschrieben.